Der Wert der Mark in Deutschland um 1900

Im Jahre 1896 lag der Durchschnitts-Monatslohn eines Hamburger Hafenarbeiters bei brutto 61 Mark - bei 13 bis 14 Stunden täglicher Arbeit. Diese Summe lag unter dem Existenzminimum!

Für ein wilhelminisches 3-Mark-Stück musste ein Bergarbeiter einen ganzen Tag arbeiten.

Der Wochenlohn eines Münzarbeiters in München betrug im Jahre 1906 ganze 23 Mark. Das waren im Monat 92 Mark.

Der Dichter Ernst Wiechert verdiente als "wissenschaftlicher Hilfslehrer" in Ostpreußen 175 Mark im Monat.

Der Reichskanzler bekam immerhin 4000 Mark im Monat.

1893 musste man in Stettin für 1 Zentner Kartoffeln 1,75 Mark aufwenden.

Um 1900 kostete 1 Kilo Schweinefleisch 1,50 Mark, 1 Kilo Butter 1,86 Mark, 1 Liter Milch 20 Pf., 1 Kilo Zucker 65 Pf. und 1 Kilo Kaffee weniger als 4 Mark.

Für 1 Liter Bier musste man damals 24 Pf. auf die Theke legen. (interessant für Blechbläser!)

Für ein wilhelminisches 2-Mark-Stück bekam man in einem bürgerlichen Restaurant in Berlin ein viergängiges Sonntagsmenü, das aus Kraftbrühe, Lachsforelle, Hummer, Gänsebraten, grünem Salat, Kompott, Eis, Mokka und einem Stück Sahnetorte bestand.

Für ein 10-Pfennig-Stück erhielt man auf dem Wochenmarkt 3 Eier.

Eine reichlich fließende Quelle für solche Kaufkrafterhebungen sind die Anzeigen in alten Zeitungen.
Mit einer wilhelminischen Doppelkrone, also einem goldenen 20-Mark-Stück, ließen sich damals 6 Übernachtungen in einem guten Hotel finanzieren.
Kurz vor Kriegsausbruch 1914 bekam man für ein silbernes Markstück noch 600 g Rindfleisch oder 20 Eier oder 20 Heringe oder 8 Pfund Brot oder 1/4 Pfund Kaffee oder 4 Porzellanteller.

Quelle: "Die Mark: Geschichte und Kaufkraft einer Währung" von Prof. Dr. Dr. Nicolaus Heutger